SOOP und HX (Hurtigruten Expeditions) erproben neue Wege in der Ozeanbeobachtung: Kreuzfahrtschiff als Datensammler

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Wissenschaftliche Forschung nicht nur von speziellen Forschungsschiffen aus zu betreiben, sondern auch von nicht-wissenschaftlichen Schiffen und marinen Infrastrukturen – das ist ein wichtiges Ziel von SOOP. Die neue Kooperation mit HX ist die direkte Umsetzung unserer Idee, einen Ozean der Möglichkeiten zu schaffen ( „Shaping an Ocean Of Possibilities“), um einerseits neue Technologien  zu entwickeln und andererseits  bestehende Strukturen in der Ozeanbeobachtung zu nutzen. Im Rahmen von Expeditions-Seereisen in entlegene Regionen sollen nun Meeresdaten für die Wissenschaft gesammelt werden. Die erste Expedition hat am Samstag, den 4. Mai 2024 in Hamburg begonnen, Zielhafen ist Reykjavik.

Neue Strategien für breite Datensammlung

„Wir entwickeln einfach zu handhabende Instrumente, die es uns ermöglichen, die bekannte und erprobte Umgebung der wissenschaftlichen Forschungsschiffe zu verlassen“, sagt Dr. Toste Tanhua, chemischer Ozeanograph am GEOMAR und Koordinator von SOOP. „Daneben brauchen wir einheitliche Standards für Daten und Analysen, um in allen Regionen ausreichend Informationen über unsere Ozeane sammeln zu können.“ Die Kooperation mit HX könne dabei helfen, neue und zukunftsfähige Strategien für die einfachere und umfassendere Datensammlung auf nicht-wissenschaftlichen Schiffen und marinen Infrastrukturen als Ergänzung zu den unverzichtbaren Expeditionen mit Forschungsschiffen zu entwickeln.

„Unsere Expeditions-Seereisen mit der FRIDTJOF NANSEN tragen ab sofort dazu bei, bestehende Datenlücken zu füllen“, sagt Dr. Verena Meraldi, wissenschaftliche Leiterin bei HX Hurtigruten Expeditions. „Damit können wir einen wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis des Zustands wenig befahrener Meeresregionen leisten, und unsere Gäste haben die außergewöhnliche Möglichkeit, unmittelbar Einblick in laufende Forschungsarbeiten zu erhalten.“

Auf den folgenden acht Expeditionsreisen der FRIDTJOF NANSEN werden dann abwechselnd Wissenschaftler:innen der drei Forschungsinstitute GEOMAR, AWI und Hereon an Bord Daten sammeln und ihr Wissen an die Gäste weitergeben. Gemessen werden neben Temperatur und Sauerstoffgehalt des Wassers auch der Salz-, Mikroplastik- und CO2-Gehalt. Daneben soll erprobt werden, wie man mittels Messungen von Phytoplankton und Erbgutspuren im Wasser (eDNA) von kommerziellen Schiffen aus die biologische Vielfalt in den Gewässern untersuchen kann. Geplant ist darüber hinaus das Erfassen von Spurengas- und Aerosolkonzentrationen über der Wasseroberfläche der Weltmeere.

📃 Hier geht es zur Pressemitteilung.